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Friedrich Nietzsche interfering with his paranoia Franz Overbeck ►─mugs.superimposed.by.photoshop─◄

September 14, 2013 on 5:34 am | In Answer Dreams | No Comments

Revolutionary »philosophus radicalis« Friedrich Nietzsche put over reactionary »theologus light« Franz Overbeck whom Walter Benjamin denounced as Nietzsche’s “Sinclair” and whom Nietzsche himself ironized – when he was to share an apartment with him in Basel (1870-1875) – as a “syntroglodyte”.
Both mugs were taken from the review of the book of Andreas Urs Sommer, "Der Geist der Historie und das Ende des Christentums. Zur »Waffengenossenschaft« von Friedrich Nietzsche und Franz Overbeck", Berlin Akademie Verlag 1997.

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Nietzsche-Reception in the fashion of fascism by Karl Jaspers (Heidelberg, 1935)
Nietzsche: Einführung in das Verständnis seines Philosophierens (1935) Karl Jaspers
»Man muß aus bloßer Nietzsche-Lektüre zum Nietzsche-Studium kommen, dieses verstanden als Aneignung im Umgang mit dem Ganzen von Denkerfahrungen, das Nietzsche in unserem Zeitalter war: ein Schicksal des Menschseins selbst, das an die Grenzen und Ursprünge drängte.«
{Karl Jaspers im Vorwort zur ersten Auflage seine Buches "Nietzsche: Einführung in das Verständnis seines Philosophierens" Gedruckt in Heidelberg im Dezember 1935}
Er hat eine Ahnung für Nietzsche, wird aber in einer Weise objektiv, daß ihm der Zugang zu Nietzsche Weg fast ganz versagt bleibt:: sein Mangel an Leidenschaft hat zur Folge die eigentümliche Gelehrtenhaftigkeit; diese ist nicht ohne einen Zug von Größe: aber sie ermöglicht ihm, dem Ungläubigen, die fatale, wenn auch in ihrer Bewußtheit redliche Lösung des Problems der theologischen Lehrtätigkeit (nämlich vor Studenten nie von seinen Überzeugungen zu sprechen, sondern sich auf historisch-wissenschaftliche Feststellungen zu beschränken); und sie hält ihm die Seele verschlossen für Nietsches Fragen und Gesichte, um die er sich doch wiederum nicht nur freundschaftlich, sondern sachlich bemüht. Er hat getan, was der genialen Ausnahme gegenüber möglich ist; mit Bescheidung zu helfen: nicht eigentlich zu verstehen, aber mit Scheu und Achtung aufzunehmen; nicht leicht sich kränken zu lassen, sondern unverdrossen mit Schwierigkeiten fertig zu werden, um die Aufgabe des Freundseins zu erfüllen. Nicht Neugier, nicht Zudringlichkeit, nicht hingebender Dienst, sondern unsentimentale, männliche Treue hat hier standgehalten. Die Tiefe dieser Treue, nicht die Tiefe eines in der Freundschaft sich erfüllenden Schicksals hat beide verbunden.
Die Grenzen von Nietzsches Freundschaftsmöglichkeiten und seine Einsamkeit. – Es ist beklemmend, als ob man an Nietzsche zweifeln müßte, ihn in schiefen Situationen zu sehen, wie er zufällige Menschen anspricht und den Ausdruck der Nähe zu ihnen hat, wie er einen ihm kaum bekannten, jungen Studenten zu einer Reise auffordert und sich eine Ablehnung holt, wie er aus dem Leeren heraus einen Heiratsantrag macht, und dann wieder eine Frau für sich suchen läßt, wie er auf Rée und Lou zugeht…

S. 83/85, Karl Jaspers im Kapitel "Freunde und Einsamkeit"
Karl Theodor Jaspers (February 23, 1883 – February 26, 1969)
… was a German psychiatrist and philosopher who had a strong influence on modern theology, psychiatry and philosophy. After being trained in and practicing psychiatry, Jaspers turned to philosophical inquiry and attempted to discover an innovative philosophical system. He was often viewed as a major exponent of existentialism in Germany, though he did not accept this label.
Jaspers was born in Oldenburg in 1883 to a mother from a local farming community, and a jurist father. He showed an early interest in philosophy, but his father’s experience with the legal system undoubtedly influenced his decision to study law at university. It soon became clear that Jaspers did not particularly enjoy law, and he switched to studying medicine in 1902 with a thesis about criminology.
Jaspers graduated from medical school in 1909 and began work at a psychiatric hospital in Heidelberg where Emil Kraepelin had worked some years earlier. Jaspers became dissatisfied with the way the medical community of the time approached the study of mental illness and set himself the task of improving the psychiatric approach. In 1913 Jaspers gained a temporary post as a psychology teacher at Heidelberg University. The post later became permanent, and Jaspers never returned to clinical practice. During this time Jaspers was a close friend of the Weber family (Max Weber also having held a professorship at Heidelberg).
At the age of 40 Jaspers turned from psychology to philosophy, expanding on themes he had developed in his psychiatric works. He became a renowned philosopher, well respected in Germany and Europe.
After the Nazi seizure of power in 1933, Jaspers was considered to have a "Jewish taint" (jüdische Versippung, in the jargon of the time) due to his Jewish wife, and was forced to retire from teaching in 1937. In 1938 he fell under a publication ban as well. Many of his long-time friends stood by him, however, and he was able to continue his studies and research without being totally isolated. But he and his wife were under constant threat of removal to a concentration camp until March 30, 1945, when Heidelberg was liberated by American troops.
In 1948 Jaspers moved to the University of Basel in Switzerland. He remained prominent in the philosophical community until his death in Basel in 1969.
Contributions to Psychiatry
Jaspers considered primary delusions as ultimately ‘un-understandable,’ as he believed no coherent reasoning process existed behind their formation. This view has caused some controversy, and the likes of R. D. Laing and Richard Bentall (1999, p. 133-135) have criticised it, stressing that taking this stance can lead therapists into the complacency of assuming that because they do not understand a patient, the patient is deluded and further investigation on the part of the therapist will have no effect. Huub Engels (2009) argues that schizophrenic speech disorder may be understandable as Emil Kraepelin’s dream speech is understandable.

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Overbeck und der Freund Tadeusz Zatorski (Krakau), veröffentlicht in der Zeitschrift "Aufklärung und Kritik" 1/1999
"Ich für meine Person empfinde die Nothwendigkeit der Erfindung der Zukunft nicht und kann davon überhaupt reden vielleicht nur, weil ich in unbegreiflicher Weise die Empfindung, in der Zukunft meine Heimath zu haben, mit der Unfähigkeit verbinde ihr Prophet zu sein."
So schrieb in seinen erst 1941 zum ersten Mal veröffentlichten "Selbstbekenntnissen" Franz Overbeck, Professor der Kirchengeschichte und Theologie an der Universität Basel. Von Fachkollegen wurde er jahrzehntelang mit verlegenem Stillschweigen übergangen und wenn man ihn schon überhaupt wahrnahm, dann meist höchstens als "Nietzsches Freund" – eben so, "Nietzsche und der Freund" hat seinerzeit seinen ihm gewidmeten Essay Stephan Zweig betitelt. Man erkannte hie und da seine "eigene eigentümliche geistige Leistung" an, diese sicherte ihm aber lediglich eine "Stelle in der Welt Nietzsches" (Jaspers). Zwar gab es schon immer Leute, die in ihm einen originellen und selbständien Denker sehen wollten – wie etwa Walter Nigg, Karl Löwith oder neuerdings Hans Blumenberg – sie vermochten jedoch nicht das im allgemeinen Bewußtsein sehr suggestiv geprägte Bild von "Nietzsches Sinclair" (Walter Benjamin), der nicht einmal fähig war, die Größe des genialen Freundes vollkommen zu begreifen, durch ein neues – der Wirklichkeit näheres – zu ersetzen. Und doch hat Overbeck recht bekommen: seit etwa zwanzig Jahren nimmt das Interesse an seinem Werk und seiner Person sichtlich zu, es erscheinen immer neue Bücher und unzählige Artikel über ihn und der Stuttgarter Metzler-Verlag gibt eine neunbändige Edition seiner Schriften heraus, die allerdings nur einen Bruchteil seines gesamten Nachlaßes umfassen soll.

Nietzsches Freundschaftskult
Nietzsche beginnt schon früh eine Art Freundschaftskult zu entwickeln. Grundlage der Freundschaften sind dabei immer ähnliche geistige Interessen oder Ideale (die institutionalisierte Freundschaft, die Studentenverbindung Franconia, verläßt Nietzsche bald, weil hier eben nur oberflächlich Zeit totgeschlagen wird). Seine beiden ersten Freunde sind Wilhelm Pinder und Gustav Krug. Rückblickend schreibt Nietzsche über seine beiden ersten Freunde: "Ja, es ist etwas Hohes, Edles, wahre Freunde zu haben und unser Leben ist von Gott bedeutend verschönert worden, daß er uns Mitgefährten gab, die mit uns dem Ziele zustreben. Und besonders ich muß Gott im Himmel dafür loben, da mir ohne diese in Naumburg vielleicht nie heimisch geworden wäre". Gemeinsam mit seinen Freunden besucht Friedrich Nietzsche die Knabenbürgerschule (ab Ostern 1850) am Topfmarkt direkt an der Wenzelskirche.
SOURCE Frühe Kindheit @ nietzsche spuren
"Semper nostra manet amicitia" – "Immer währet unsere Freundschaft", so enden viele Briefe, die Nietzsche aus Pforta an seine beiden Freunde schreibt. Wie sehr gerade die Kunst das entscheidende Motiv dieses Freundschaftsbundes ist, zeigt die Gründung des künstlerisch-literarischen Vereins ‘Germania’, den die drei Freunde anläßlich einer Wanderung zur Schönburg in den Sommerferien am 25. Juli 1860 ins Leben rufen. Eine gemeinsame Kasse zum Erwerb ausgewählter Literatur wird eingerichtet, daneben verpflichten sich die drei Freunde regelmäßig selbstgeschaffene Werke auszutauschen und sich gegenseitig anzuregen und aufrichtig zu kritisieren. Nietzsche würdigt diesen Bund später mit den Worten: "Wir beschlossen damals eine kleine Vereinigung von wenigen Kameraden zu stiften, mit der Absicht, für unsere produktiven Neigungen in Kunst und Literatur eine feste und verpflichtende Organisation zu finden" (‘Über die Zukunft der Bildungsanstalten, 1. Vortrag’). Nietzsche verdankt der ‘Germania’, vielmehr Gustav Krug, die intensive Beschäftigung mit Richard Wagner. Schon bei der Gründung der ‘Germania’ wurde beschlossen, die `Zeitschrift für Musik´, die für Richard Wagner und seine Musik eintrat, zu abonnieren. Im März 1861 hält Gustav Krug einen Vortrag über ‘einige Szenen von Tristan und Isolde’ und spielt in den Osterferien aus den Klavierauszügen vor. Nietzsche beschäftigt sich nicht nur als Komponist mit der Musik, sondern begleitet sein eigenes Schaffen mit theoretischen Überlegungen ‘Über das Wesen der Musik’. Der zunächst rege geistige Austausch unter den Freunden erlahmt jedoch schon bald, einzig Nietzsche liefert bis zur Auflösung der ‘Germania’ 1863 regelmäßig seine Aufsätze, Gedichte und Kompositionen. Grund der Auflösung ist ganz bestimmt der rigorose und spöttisch-hochmütige Umgang Nietzsches mit den Werken seiner Freunde. Nietzsche läßt besonders an den Gedichten Wilhelm Pinders kein gutes Haar. Über ein ‘Prometheus’ Gedicht heißt es vernichtend: "Was diese wahrhaft babylonische Begriffsverwirrung für Gedanken im Hintergrund hat, ist mir ein Rätsel, wie der Sinn des folgenden Gedichts."
SOURCE Erstes Schreiben @ nietzsche spuren
Im Herbst 1859 schließlich lernt Nietzsche den Pastorensohn Paul Deussen kennen, kurze Zeit später auch Carl von Gersdorff. Mit Deussen beginnt die Freundschaft, weil beide eine Vorliebe für den griechischen Dichter Anekreon teilen. Mit ihm wird Nietzsche 1861 konfirmiert. Gersdorff und Nietzsche werden Freunde über die Liebe zur Musik. Nietzsche hat in Pforta die Gelegenheit, Klavier zu spielen, er singt seit August 1859 im Chor und komponiert. Die Freundschaft mit dem künstlerisch begabten, jedoch den Lehrern gegenüber aufsässigen Guido Meyer endet 1863 mit der Relegation seines Freundes. Nietzsche nennt diesen Tag den Traurigsten, den er in Pforta verlebt hat. Auch Nietzsche hat eine kurze renitente Pubertätsphase. Überliefert ist, daß Friedrich Nietzsches im April 1863 mit dem genannten Guido Mayer von der Bahnhofsgaststätte in Bad Kösen betrunken nach Pforta zurückkehrten. Eine Karzerstrafe in Folge spöttischer Formulierungen in einem Aufsichtsprotokoll ist zudem aktenkundig.
SOURCE Pforta@ nietzsche spuren———————–
Johannes Overbeck
Der Neue Overbeck Kommentierte Neuedition der griechischen und lateinischen Schriftquellen zur antiken Bildhauerei und Malerei
Johannes Overbeck (1826–1895, s. Abb.) hat in seinem 1868 in Leipzig erschienenen Buch "Die antiken Schriftquellen zur Geschichte der bildenden Künste bei den Griechen" insgesamt 2500 literarische und epigraphische Quellen zusammengestellt. Die zwischen dem 8. Jh. v. Chr. und dem 12. Jh. n. Chr. abgefassten Schriftzeugnisse nehmen Bezug auf Statuen und Gemälde von der archaischen Zeit bis zur Spätantike und bilden zusammen mit den erhaltenen Monumenten die Grundlage unserer Kenntnis der antiken Bildhauerei und Malerei.
Ziel des von der DFG finanzierten und in interdisziplinärer Kooperation zwischen den Instituten für Klassische Philologie und Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin durchgeführten Projekts ist die Ersetzung dieses Standardwerks, das seit seinem Erscheinen ein unentbehrliches Arbeitsbuch für alle altertumswissenschaftlichen Fächer und deren Nachbardisziplinen darstellt.

Johannes Adolph Overbeck (* 27. März 1826 in Antwerpen; † 8. November 1895 in Leipzig) war ein deutscher Archäologe. 1845 begann Overbeck sein Studium an der Universität Bonn, das er 1848 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss. 1850 erfolgte seine Habilitation in Bonn. Seit 1863 war Overbeck als Professor der Archäologie und Vorstand der archäologischen Sammlung an der Universität Leipzig tätig. Sein Ziel war die "Herstellung einer möglichst vollständigen Reihenfolge kunstgeschichtlich charakteristischer, namentlich aber datierbarer Monumente" in Abgüssen. Er baute binnen weniger Jahrzehnte ein repräsentatives, am Ende des Jahrhunderts auf rund achthundertfünfzig Inventarnummern angewachsenes Abgussmuseum auf, das über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung genoss. Overbeck ist der Hauptvertreter der kunstmythologischen Schule der Archäologie.

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►─Posthumous Memoirs of Overbeck about the „Problem Nietzsche“─◄
In seiner Freundschaft mit Nietzsche hat Overbeck den höchsten Inhalt seines Lebens empfunden und sich auf sein Alter hin Rechenschaft über das „Problem Nietzsche“ wie er das nannte, zu geben versucht. Dabei stellte sich ein ihm schmerzlicher Widerstreit heraus zwischen dem Liebeswunsche, alles am Freund rückhaltlos zu bejahen, und den abkühlenden Vorbehalten des geborenen und berufenen Kritikers, der er selber anerkanntermaßen gewesen ist. … …. Carl Albr. Bernoulli

Nietzsche war kein im eigentlichen Sinne großer Mensch. Kein einziges seiner Talente, so reich begabt er war, sicherte ihm auch an sich die Größe. Es sei denn das ungewöhnlichste dieser Talente, die Gabe der Seelenanalyse, die ihm denn auch selbst, da er sie vornehmlich an sich übte, so tödlich gefährlich wurde und ihn „entseelte“, lange ehe er starb. Selbst die Willensstärke war bei ihm nicht zu den exzessiven Dimensionen entwickelt, welche das Grunderfordernis natürlicher menschlicher Größe ist … (Seite 209)
Gerade in diesem Stück waren aber Nietzsche und ich Antipoden; er hat es bis zum Extravaganten auf sich gehalten, ich habe es mit mir stets entgegengesetzt getan, und eben damit denke ich am allerwenigsten mich moralisch über ihn zu erheben. (Seite 211)
… Sein Wahnsinn, dessen Ausbruch niemand aus gleicher Nähe wie ich erlebt hat, ist, meiner ursrpünglichen Überzeugung nach, eine ihn blitzartig treffende Katastrophe gewesen. Sie ist zwischen dem Weihnachtsabend 1888 und dem Epiphaniastage 1889 eingetreten. Vorher kann Nietzsche, sein Zustand mag ein noch so exaltierter gewesen sein, nicht wahnsinnig gewesen sein. Dennoch will ich nichts weniger als eine besondere Zuversicht zu meinem Urteil ausdrücken. Es ist bisweilen selbst zeitweilig schwankend geworden, sofern ich, und zwar in verschiedenen von mir beobachteten Perioden der geistigen Erkrankung Nietzsches, mich, wenigstens für Augenblicke, der grauenvollen Vorstellung nicht habe erwehren können, daß sie simuliert sei. Ein Eindruck, der sich ganz nur erklärt aus den Erfahrungen, die ich überhaupt mit den Selbstmaskierungen Nietzsches gemacht habe. Doch auch hier habe ich mich schließlich vor den alles eigene Denken und Spekulieren niederschlagenden Tatsachen gebeugt.
Manche geistige Extravaganz Nietzsches, z.B. bei dem brennenden Ehrgeiz, der ihn von Natur beseelte, die Exzesse seines Selbstbewußtseins in seinen letzten Jahren, erklären sich so für mich viel besser, als mit dem Wahnsinn, auf den sie sich für andere oft zurückführen mögen. Auf jeden Fall sollte der Eindruck des Nietzsches Wahnsinns, der auf viele Leute so groß ist, mindestens durch die großartige Unbefanngenheit hindurch angeschaut werden, mit der er bei seinen Abenteuern als Denker die ganze Vorstellung handhabt und verwendet. Mit entsprechender Unbefanngenheit verhielt er sich in Beziehung auf sie im gemeinen Leben und in Rücksicht auf sich. Namentlich die ihn wenigstens in den früheren Jahren unseres Verkehrs manchmal bewegende Vorstellung vom in Hinsicht auf seine Herkunft höchst problematischen Wahnsinn seines Vaters handhabte er stets mit einem gewissen sorglosen Leichtsinn. Er konnte sich ernstlich, ja schrecklich mit Gedanken darüber quälen, ob ihm etwas Besonderes zu leisten übehaupt beschieden sei, nie ist er mir durch den Gedanken verdüstert vorgekommen, daß er vom Wahnsinn besonders bedroht sei. Und mir erscheint es auch ganz möglich, daß das gar nicht der Fall, sondern daß sein Wahnsinn ein Erzeugnis seiner Lebensweise ist und von ihm nicht ins Leben mitgebracht gewesen ist, sondern daß er ihn sich selbst zugelebt hat …
(Seite 214/215)
─ Nietzsche ist ein herzlicher Gegner des Antisemitismus, wie er ihn erlebt hat, gewesen; sah er doch „Verläumdungs- und Vernichtungswut“ für eine der „unehrlichsten Formen des Hasses“ an. (Wille zur Macht. 125.) Das hindert nicht, daß, wo er ehrlich spricht, seine Urteile über die Juden allen Antisemitismus an Schärfe weit hinter sich lassen. Sein Anti-Christentum ist vornehmlich antisemitisch begründet.
(Seite 222)
Die Freundschaft mit Rohde hat Nietzsche so zu nennende Liebesschmerzen bereitet. Die Freundschaft mit mir höchstens eingebildete Schmerzen, Schmerzen, die einen Grund nur in Einbildungen Nietzsches hatten, z.B. das ihm sein Argwohn etwa bereitet, ich hätte ihn um Rohdes Freundschaft gebracht. Zwar redet Nietzsche manchmal selbst von sich, als ob Freundschaft mit ihm unmöglich ist. … Eigene Gedanken habe ich aber hier über meine Freundschaft mit Nietzsche. Ich weiß keine andere Bezeichnung für unser Verhältnis, und würde mich für verrückt halten, wenn ich dabei durch den Gedanken an die Beziehung zwischen Meister und Schüler nur im entferntesten beirrt würde. Dagegen fragt sich um die Bedeutung des Altersverhältnisses in dieser ganzen Frage willen: war ich nicht, um noch Nietzsches Freund zu werden, zu alt im Verhältnis zu ihm, so alt, daß mir dies noch zu werden im Grunde schon verboten war, in welchem Falle meine Freundschaft für ihn nur ein Symptom meiner allzu langsamen Reifwerdung wäre, einer sich über Gebühr erhaltenden Impressionabilität.
Ich war, als ich Nietzsche kennenlernte 33 Jahre alt, 7 Jahre älter als er. Das ließ kaum noch das Zustandekommen zwischen uns erwarten; ganz anderer Art waren, schon der Altersverhältnisse wegen, seine Freundschaften mit Gersdorff und Rohde. Dennoch kam es dazu. Vieles, was uns zusammenrückte, lag doch in den Umständen, unter denen wir uns zuerst im Jahre 1870 trafen.
(S. 320)
SOURCE: Franz Overbeck, "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche", Die neue Rundschau 1 (1906), S. 209-31 und 320-30. // Erinnerungen an Friedrich Nietzsche @scripd

Franz Camille Overbeck (* 16. November 1837 in Sankt Petersburg; † 26. Juni 1905 in Basel) war Kirchenhistoriker und Professor für evangelische Theologie. Er publizierte nur wenig und blieb mit seinen kritischen Gedanken zur Theologie in der Fachwelt ein Außenseiter. Bekannt ist er vor allem als Freund und Briefpartner Friedrich Nietzsches.
… In 1870, Overbeck became professor of New Testament Exegesis and Old Church History at the University of Basel. From that time until 1875, he lived in the same house, one floor under, his colleague Friedrich Nietzsche. During this time, the housemates developed a friendship that would remain crucial for each other.
In 1873, Overbeck published his most important work ‘How Christian is Our Present-Day Theology?’ (‘Über die Christlichkeit unserer heutigen Theologie’), in which he argued that the ‘historical’ Christianity, as developed by the fathers of the church, neither did nor could have to do with the original ideas of Christ. He observed that early Christianity had opposed itself to every type of history, culture, and science, which made a ‘Christian theology’ impossible. In this work, Overbeck criticized the conservative (‘apologetic’) theology, which stuck dogmatically to doctrines, as much as the ‘liberal’ theology, which asserted that belief and knowledge could be reconciled. According to Overbeck, both failed to capture an essence of Christianity, which excludes every type of scientific knowledge.
Upton Sinclair (September 20, 1878 – November 25, 1968) He achieved popularity in the first half of the 20th century, acquiring particular fame for his 1906 muckraking novel The Jungle. It exposed conditions in the U.S. meat packing industry, causing a public uproar that contributed in part to the passage a few months later of the 1906 Pure Food and Drug Act and the Meat Inspection Act. Time magazine called him "a man with every gift except humor and silence."
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Kippbild (optische Täuschung)
Kippfigur Ein Kippbild oder eine Kippfigur ist eine Abbildung, die zu spontanen Gestalt- bzw. Wahrnehmungswechseln führen kann. Eine Erklärung dieses Phänomens findet sich auf der Seite multistabile Wahrnehmung. Synonyme Begriffe sind Inversionsfigur, Reversionsfigur sowie Umschlagfigur. Mit Kippfiguren verwandte Phänomene sind sog. Vexierbilder und unmögliche Figuren wie das Penrose-Dreieck.

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16 048: – AS – Moralbegründung und Moralkritik (Schopenhauer/Nietzsche) (2 SWS); Habelschwerdter Allee 30, SR 1 (Seminarraum) (11.4.) Thorsten Streubel
Gibt es ein (rationales oder emotionales) Fundament der Moral (als Wissenschaft) sowie des moralischen Handelns? Sind ‚gut‘ und ‚böse‘ in ihrer Geltung ausweisbare Kategorien? Oder drückt sich in den herrschenden Moralvorstellungen und den gängigen philosophischen Ethiken ein „Wille zur Macht“ aus, so dass es Aufgabe einer radikalen philosophischen Aufklärung wäre, jene Gebilde als ideologische Machtinstrumente zu entlarven?
Die moralphilosophischen und moralkritischen Überlegungen Schopenhauers und Nietzsches können zum einen als strategische Entlarvungsversuche einer verbrämt theologischen Moral gelesen werden, die in der kantischen Ethik der reinen praktischen Vernunft ihren sublimsten Ausdruck gefunden hat. Zum anderen können sie als zwei philosophische Unternehmungen verstanden werden, die jeweils sehr verschiedene Konsequenzen aus dem ‚Tod Gottes‘ ziehen: Während Schopenhauer auf das Urphänomen des Mitleids als Quelle echter Moralität verweist, propagiert Nietzsche letztlich die „Umwertung aller Werte“.

Texte:
Arthur Schopenhauer: Über das Fundament der Moral.
Friedrich Nietzsche: Genealogie der Moral.
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In July 2011 my superimposed Photoshop-IMAGE was highjacked by Craigsread (this is to my opinion most likely a pseudonym of Anders Behring Breivik) who is propagating his fascism-theory: 1.) "Fascism is not a European phenomenon." 2.) "Fascism is above all a violent movement of revolution which revolts against the ‘liberal-bourgeois’ world of capital markets" C. Read @ Politics Lobby ends his rush with his own words: "… According to Craigsread Islamo Fascism and Arab fascism are to blame for numerous issues throughout the world!…"
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Nietzsche-LINKS
Human, All Too Human : Nietzsche BBC 1999 Documentary (49:30)
Friedrich Nietzsche @facebook
Jim Morrison improvvisa un’ode a Nietzsche (Backstage, Saratoga Springs, N.Y., 1st Sept. 1968). Jim Morrison says Berthold Auerbach took him in 1889 back to Basel, but this is definetely wrong, it was Franz Overbeck!

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